15. Juni 2026 Heinz W. Süess
Aufgaben wandeln sich, Menschen bleiben.
Künstliche Intelligenz verändert den Schweizer Arbeitsmarkt spürbar – doch nicht immer so, wie viele erwartet haben. Während manche von massivem Stellenabbau sprechen, zeigen aktuelle Analysen ein nuancierteres Bild: KI ersetzt vor allem Aufgaben, nicht pauschal Menschen. Gleichzeitig entstehen neue Kompetenzen und Rollen.
Die Datenlage: Was sagt die Forschung?
📊 ETH Zürich · KOF Konjunkturforschungsstelle · Oktober 2025Bereits im Oktober 2025 veröffentlichte das KOF Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich eine vielbeachtete Studie: «Künstliche Intelligenz hinterlässt deutliche Spuren auf dem Schweizer Arbeitsmarkt». Die Autoren Jeremias Klaeui und Michael Siegenthaler zeigten empirisch:
Auch die Zahl der Stellenausschreibungen in diesen Bereichen ging spürbar zurück. Aktuelle Beobachtungen im Juni 2026 bestätigen diesen Trend weitgehend. Der Effekt bleibt vor allem auf wissensintensive, gut bezahlte Tätigkeiten beschränkt – während die Nachfrage nach reinen KI-Spezialist:innen stark wächst.
KI im Recruiting und HR: Segen oder Fluch?
Bei creaSKILL erleben wir beide Seiten täglich.
- Analyse von Kandidatenprofilen
- Zielgenaue Stellenanzeigen erstellen
- Effiziente Lead-Generierung
- Embedded Recruiting in Kliniken & Pflege
- «Workslop» – KI-generierte Schlamperei
- Mehr Nacharbeit statt Effizienz
- Schlechtere Kandidaten-Matches
- Geringere Besetzungsqualität
Gute KI-Nutzung im Recruiting bedeutet nicht einfach «Tool einsetzen», sondern: klare Prozesse, menschliches Urteil und aktive Weiterbildung.
- Klare Prozesse definieren
- Menschliche Urteilskraft gezielt einsetzen
- Mitarbeitende einbeziehen und weiterbilden
Besonders im Healthcare-Bereich (Kliniken, Pflege, Pharma) ist dieser ausgewogene Ansatz entscheidend. Der Fachkräftemangel ist hier chronisch. KI kann helfen, passende Kandidat:innen schneller zu finden – sie ersetzt aber nicht die persönliche Ansprache, das Verständnis für Teamkultur oder die regulatorischen Feinheiten bei ausländischen Qualifikationen.
Chancen für die Zukunft: Der neue B.Sc. Physician Assistant
B.Sc. Physician Assistant – in Kooperation mit der FHM Deutschland
Praktische Einsätze in Schweizer Spitälern verbunden mit moderner Ausbildung – genau die Art von Kompetenzentwicklung, die im KI-Zeitalter gewinnt. Diese Programme stärken Teams, entlasten Ärzt:innen und verbessern die Patientenversorgung nachhaltig.
Fazit und Handlungsempfehlungen
KI verändert den Schweizer Arbeitsmarkt tiefgreifend – vor allem in wissensintensiven Berufen. Unternehmen, die jetzt in smarte Tools plus Change Management und Weiterbildung investieren, werden die Gewinner sein.
- 01 KI-gestützte Prozesse einführen, aber mit klaren Qualitätschecks
- 02 Mitarbeitende aktiv in die Veränderung einbeziehen
- 03 In zukunftsfähige Aus- und Weiterbildungen investieren (z. B. Physician Assistant)
- 04 Den Menschen im Mittelpunkt behalten – KI als Unterstützung, nicht als Ersatz
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